Bewerbungsfrist für freie Sitze: 16. März 2020

BfM berichtete bereits über die vielen neuen freien KV-Sitze für Berlin. Nun ist die Bewerbungsphase offiziell. Sie geht vom 1. Februar bis zum 16. März 2020.

Die Anzahl der Sitze und die jeweiligen Kennziffern in den entsprechenden Fachgruppen lauten:

  1. in der Arztgruppe der Augenärzte im Umfang von 12 Niederlassungsmöglichkeiten (Kennziffer für Bewerbungen: Augen 20/01),

  2. in der Arztgruppe der Frauenärzte im Umfang von 21,5 Niederlassungsmöglichkeiten (Kennziffer für Bewerbungen: Gyn 20/01),

  3. in der Arztgruppe der Hausärzte im Umfang von 62,5 Niederlassungsmöglichkeiten (Kennziffer für Bewerbungen: HA 20/01)

  4. für Fachärzte für Innere Medizin und Rheumatologie und Fachärzte für Innere Medizin mit Schwerpunkt Rheumatologie im Umfang von 0,5 Niederlassungsmöglichkeiten (Kennziffer für Bewerbungen: Innere Med. SP Rheuma 20/01)

„Wie immer“ gelten folgende Auswahlkriterien für Bewerber:

  • berufliche Eignung,

  • Dauer der bisherigen ärztlichen Tätigkeit,

  • Approbationsalter,

  • Dauer der Eintragung in die Warteliste gemäß § 103 Abs. 5 Satz 1 SGB V,

  • bestmögliche Versorgung der Versicherten im Hinblick auf die räumliche Wahl des Vertragsarztsitzes,

  • Entscheidung nach Versorgungsgesichtspunkten (siehe z.B. Fachgebietsschwerpunkt, Feststellungen nach § 35 Bedarfsplanungs-Richtlinie),

  • Belange von Menschen mit Behinderung beim Zugang zur Versorgung

Bei Neuzulassungen ist eine konkrete künftige Praxisanschrift zu benennen. Bewerbungen unter Angabe eines besonderen Versorgungskonzeptes, d. h. ohne Benennung der/des Angestellten, können im Rahmen der Auswahlentscheidung nicht berücksichtigt werden. Nach Ende des Ausschreibungsverfahrens entscheidet der Zulassungsausschuss voraussichtlich im Mai unter den Bewerbern, die fristgerechte und vollständige Unterlagen eingereicht haben.

Anhand der Bedarfsplanung plant die KV, dass die jeweiligen Sitze in die drei am schlechtesten Bezirke gehen. Das sind:

  1. für die Arztgruppe der Augenärzte: die Bezirke Neukölln, Mitte und Marzahn-Hellersdorf

  2. für die Arztgruppe der Frauenärzte: die Bezirke Neukölln, Treptow-Köpenick und Reinickendorf

  3. für die Arztgruppe der Hausärzte: die Bezirke Lichtenberg, Treptow-Köpenick und Reinickendorf

  4. für Fachärzte für Innere Medizin und Rheumatologie und Fachärzte für Innere Medizin mit   Schwerpunkt Rheumatologie: die Bezirke Neukölln, Spandau und Reinickendorf

Solche Vorgaben hat die KV in den vergangenen „Vergabe-Runden“ auch immer angegeben. Ist dann aber bei der tatsächlichen Vergabe zumindest in Teilen davon abgewichen. Die genannten Bezirke sind also keineswegs in „Stein gemeißelt“. Es sind letztendlich immer Einzelfallentscheidungen.

Finanzierung bereitet Sorgen
Dr. Burkhard Ruppert, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin, weist darauf hin, dass es für die neuen Niederlassungsmöglichkeiten kein zusätzliches Geld geben wird. „Bei aller Freude über die neuen Arztsitze bereitet uns die Gegenfinanzierung große Sorgen. Wie sollen wir unseren Mitgliedern erklären, dass es eine gute Entwicklung ist, wenn durch Änderung der Bedarfsplanungszahlen mehr Arztsitze für Berlin vorgesehen sind, diese aber zu keinem Euro mehr in der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung führen werden. Keine andere Berufsgruppe würde so etwas akzeptieren.“