Dentalpraxen im Fokus von Finanzinvestoren – Fluch oder Segen?

Auf der Suche nach lukrativen Anlagemöglichkeiten in der Niedrigzinsphase haben Großinvestoren die Dentalmedizin entdeckt. Immer mehr Praxen werden zu Ketten und Gruppen verschmolzen.

Wenn eine Zahnarztpraxis nicht von einem jüngeren Arzt, sondern von einer GmbH für die „Erbringung von Dienst- und Managementleistungen im Zahnarztgewerbe“ übernommen wird, kommt darin ein neuer Trend zum Ausdruck: Finanzinvestoren suchen ihr Heil und ihre Rendite vermehrt auch im Gesundheitswesen.

Zahnarztpraxen gelten als besonders attraktiv. Die genannte GmbH gehört zum Imperium des Kaffeerösters Jacobs Holding AG, der ebenso als Dentalinvestor auftritt wie die schwedischen Finanzinvestoren Altor Equity Partners und EQT. Ihre „Kriegskassen“ sind mit Milliarden gefüllt.

Wohin das führt, ist absehbar: Mehr und mehr Praxen werden zu Verbünden verschmolzen und zentral gesteuert. Immer weniger Zahnärzte werden wirtschaftlich auf eigenen Füßen stehen, stattdessen steigt die Angestelltenquote. Das kommt den Wünschen vieler Jungmediziner durchaus entgegen, denn eine Existenzgründung ist bei Weitem nicht für alle das Ideal.

Für die Patienten allerdings könnte es Nachteile haben, wenn sie nicht mehr langfristig von einem Arzt bzw. einer Ärztin betreut werden und kein Vertrauensverhältnis etablieren können. Kritiker der Entwicklung gibt es auch bei der KZBV, die eine „Kettenbildung in wirtschaftlich attraktiven Ballungsräumen“ befürchtet. Ähnlich formuliert es die Bundesarbeitsgemeinschaft der PatientInnenstellen (BAGP), die vor einer „organisierten Überversorgung“ warnen. Grüne und LINKE sehen die Gefahr einer Kommerzialisierung der Zahnmedizin durch überzogenes Renditestreben. Die Entwicklung bleibt spannend.

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