Heilberufe & Finanzierung | Das Rating in der Praxis

Welche Auswirkungen haben diese Rating-Prozesse, die ja auf Länder und Banken Anwendung finden, auf einzelne Berufsgruppen respektive Privatpersonen? Oder konkreter: Inwiefern hat ein Rating-Verfahren zum Beispiel für einen praktizierenden Arzt bei geschäftlichen und auch privaten Kreditanfragen Einfluss auf die Vergabe und Einschätzung des Kreditrahmens?

Banken haben dieser Tage diverse gesetzliche Richtlinien und Regelungen bei Kreditvergaben zu befolgen. Eine wichtige Regelung, die von den Banken berücksichtigt werden muss, ist die des zu unterlegenden Eigenkapitals. Diese hebt auf das Verhältnis von Kreditrisiko und des damit verbundenen von der Bank zu unterlegendem Eigenkapitals ab.

Faktisch ist es so, dass die Kreditvergabe an zum Beispiel einen Arzt mit solventer Liquidität und sehr guten Lebensverhältnissen ein gutes Rating bei der Bank besitzt, was sich in der Folge bei den Verhandlungen mit der Bank hinsichtlich der Höhe und der Konditionen des beantragten Kredites niederschlägt.

Sollte der Antragsteller einer Finanzierung eine mangelhafte Liquidität, ungenügende Lebensverhältnisse und keine weiteren Sicherheiten mit sich bringen, entsteht für die Bank ein erhöhtes Risiko, welches die Verhandlungsposition hinsichtlich der Kreditvergabe für die betreffende Person erheblich verschlechtert.

Die Gründe:

Geht die Bank bei ihrer Kreditvergabe ohne ausreichende Sicherheiten ein erhöhtes Risiko ein, muss diese einen entsprechend hohen Anteil an Eigenkapital hinterlegen. Dieses Eigenkapital muss die Bank in der Regel auf dem Kapitalmarkt „einkaufen“. Da dies für den potentiellen Geldgeber ebenfalls ein oftmals langfristiges Risiko darstellt, fordert dieser von der Bank einen entsprechenden Gegenwert.

Die Folge:

Banken haben daher größtes Interesse daran, gute, sichere und lukrative Finanzierungsmodelle zu unterstützen. Bei Kreditvergaben mit hohem Risikopotential und geringer Sicherheit besteht für die Bank die Gefahr, eine hohe Menge an Eigenkapital unterlegen zu müssen, was weitere Kreditvergaben mit eigenem Kapital einschränkt und daher von der Bank auf die Konditionen des Risiko-Antragstellers abgewälzt wird.

„In aller Knappheit gesagt, setzt sich das Rating der Banken aus den so genannten weichen und den harten Faktoren zusammen“, so René Deutschmann von der Beratung für Mediziner (BfM) aus Berlin.

„Zu den weichen Faktoren zählen bei Ärzten die Qualifikation des Mediziners und seine kaufmännischen Qualitäten, die familiären Verhältnisse oder auch Berichte über die Kontoführung. Unter den harten Faktoren werden bei dem Rating-Verfahren die Auswertungen der Vermögensverhältnisse, der Einnahmen und Ausgaben des letzten Quartals und einiges mehr verstanden.“

Das Fazit:

Eine von vornherein gut strukturierte und transparente Finanz- und Vermögensplanung ermöglicht eine schnelle und qualitativ sehr gut überschaubare Analyse durch die Banken und kann so zu einem positiven Ergebnis bei den Verhandlungen einer Kreditfinanzierung führen.

„Ist der finanzielle Hintergrund gut und auch gut einsehbar, ist das Rating der Banken gegenüber dem Antragsteller um so besser. Das schlägt sich in einer sehr viel besseren Verhandlungsposition des Antragstellers und oftmals auch in verbesserten Konditionen nieder“ , so der Mediziner-Berater abschließend und zusammenfassend.