Jeder zweite angehende Arzt möchte sich niederlassen

Eine Umfrage unter Nachwuchsmedizinern wirft ein Schlaglicht auf die Wünsche und Vorstellungen der kommenden Ärztegeneration.

13.000 zukünftige Ärzte hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung für ihr „Berufsmonitoring Medizinstudierende“ kürzlich befragen lassen. Wie sich zeigte, hat eine Niederlassung für die Nachwuchsmediziner wieder an Reiz gewonnen: Mehr als jeder zweite Umfrageteilnehmer liebäugelt mit einer eigenen Praxis; 42,5 Prozent streben eine Niederlassung als Hausarzt an.

Dabei dürften die Einkommenserwartungen eine nicht unwesentliche Rolle spielen. Denn als niedergelassene Ärzte peilen die Medizinstudenten im Schnitt ein Monatsnettoeinkommen von rund 6.370 Euro an. Bei der 2010er-Auflage der Umfrage nannten die Teilnehmer noch einen um knapp 1.000 Euro geringeren Betrag. Dagegen wird für eine Anstellung als Facharzt ein monatliches Netto von unter 5.000 Euro erwartet. Studentinnen griffen übrigens durchschnittlich zu deutlich niedrigeren Zahlen als Studenten.

Einigkeit unter den Geschlechtern herrscht dagegen bei der Bedeutung, die einer guten Vereinbarkeit von Familie und Beruf beigemessen wird. Über 95 Prozent der Befragten ist dieser Aspekt wichtig. Auch aus diesem Grund sind Gemeinschaftspraxen bei den Nachwuchskräften signifikant beliebter als Einzelpraxen. Mit gemischten Gefühlen betrachten die Umfrageteilnehmer die Digitalisierung, auf die sich suboptimal vorbereitet fühlen.