Plus 11,5 Prozent: MVZ immer beliebter

Die Zahl der Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) in Deutschland stieg 2019 um rund 350 auf circa 3.500. Das dürfte auch dem Trend zur Teilzeitarbeit geschuldet sein – nur gut jeder dritte in MVZ angestellte Arzt ist in Vollzeit beschäftigt.

MVZ scheinen der Bedürfnissen von Ärzten und Patienten entgegenzukommen. Das belegt ein eindrucksvolles Plus der MVZ-Anzahl von 11,5 Prozent im Jahr 2019 gegenüber dem Vorjahr. Rund 3.500 MVZ gab es Ende 2019, wie die jüngste MVZ-Statistik der KBV ausweist. In ihnen kümmern sich mittlerweile fast 22.000 Ärzte und Ärztinnen um das Patientenwohl, das ergibt im Schnitt gut sechs pro Versorgungszentrum.

Besonders in Bayern ist die Praxisform sehr gefragt. Dort standen vor einem Jahr 716 MVZ bereit, deutlich mehr als im bevölkerungsreicheren Nordrhein-Westfalen (404). Anteilig arbeiten allerdings in Hamburg und Thüringen die meisten Vertragsärzte in MVZ, nämlich rund jeder fünfte.

84 Prozent der MVZ, meist GmbHs oder GbRs, werden zu etwa gleichen Teilen von Krankenhäusern und Vertragsärzten gegründet. Der Boom dieser seit 2004 zugelassenen Kooperationspraxen hat 2016 noch einmal deutlich an Fahrt aufgenommen, da seitdem auch Angehörige einer Facharztgruppe ein MVZ einrichten können. Beliebt sind die Versorgungszentren vor allem bei Hausärzten, Orthopäden und Chirurgen.

92 Prozent der MVZ-Ärzte sind angestellt

Nur rund 8 Prozent der in MVZ tätigen Mediziner sind Vertragsärzte, der Rest befindet sich mithin im Angestelltenverhältnis. Diese Struktur ermöglicht einen hohen Teilzeitanteil: Nur etwa 37 Prozent der angestellten Ärzte in MVZ arbeiten in Vollzeit. Das dürfte auf den wachsenden Wunsch nach einer passablen Work-Life-Balance zurückzuführen sein.