Warum immer mit korrekter Arztnummer abgerechnet werden sollte

Mehr als 200.000 Euro muss ein sächsischer Praxisinhaber rückerstatten, weil er unter der Arztnummer eines erkrankten Angestellten weiterhin Leistungen geltend gemacht hatte.

Bei der Angabe der Arztnummer in den vertragsärztlichen Abrechnungen handelt es sich keineswegs um eine nachrangige Formalie. Für diese Erkenntnis musste nun ein sächsischer Internist, der mit fünf angestellten Ärzten an der hausärztlichen Versorgung mitwirkt, schmerzhaft viel Lehrgeld bezahlen.

Einer der angestellten Mediziner war von Januar bis Oktober 2016 erkrankt, erhielt in dieser Zeit Krankengeld und wurde von seinen Kollegen vertreten. Dessen ungeachtet wurden die Leistungen für seine Stammpatienten weiterhin über seine Lebenslange Arztnummer (LANR) abgerechnet. Von der Erkrankung und der Vertretung erfuhr die zuständige KV nichts – bis sie einen anonymen Tipp bekam.

Formale Versäumnisse sind keine Ausrede
Bei der folgenden anlassbezogenen Plausibilitätsprüfung stellte sich heraus, dass Honorare in Höhe von 216.184,64 Euro fälschlicherweise unter der LANR des Erkrankten abgerechnet worden waren. Diese Summe verlangte die KV zurück. Der Praxisinhaber aber berief sich auf angebliche formale Versäumnisse der KV: Im April 2018 habe er diese über die Erkrankung und Vertretung in Kenntnis gesetzt, der Rücknahmebescheid datiere aber vom 17. September 2019, womit die zulässige Jahresfrist überschritten worden sei; außerdem sei der Bescheid formell nicht rechtens; schließlich habe es keine ordnungsgemäße Anhörung gegeben.

Das Sozialgericht Dresden ließ sich allerdings von diesen Argumenten nicht erweichen, der Praxisinhaber muss also die gesamte Summe erstatten (Aktenzeichen S 25 KA 18/20 KR). Die Moral von der Geschicht’: Wird ein angestellter Arzt krank, muss die KV informiert und gegebenenfalls um Genehmigung einer Vertretung ersucht werden. Und auf die Abrechnungen gehört immer die LANR des Arztes, der die Behandlung wirklich durchgeführt hat.